Wie ist es möglich, eine unseriöse Kreditvermittlung zu erkennen?
Übertriebenes Konsumverhalten, Verlust der Arbeitsstelle oder Familienzuwachs, um nur einige Annahmen zu nennen, können schnell in die Schuldenfalle geraten. Unseriöse Beratung oder eine ganz unrichtige Selbsteinschätzung der finanziellen Lage können nicht selten dazu führen, dass der Schuldenberg dauerhaft weiterwächst. Attraktive Angebote und Versprechungen verschiedener Kreditvermittlungen führen nicht zuletzt die Haushaltsplanung ganz zum Kippen.
Der erfinderische Reichtum von Betrügern ist fast unendlich, falls es darum geht, in Not geratenen Personen den letzten Cent aus der Tasche zu ziehen.
Unehrliche Kreditvermittlungen versuchen sich mit Anzeigen wie zum Beispiel „Ratenkredit ohne Bürgen oder Sicherheiten“, „Bargeld ohne lästiges Bankgespräch“ oder „Ihr Geld liegt für Sie bereit“ bekannt zu machen. Getarnt als ehrbarer Makler stehen dem Kredithai nur der Sinn danach dem Kunden in Form von Provisionen, Vorauszahlungen oder Kostenerstattungen das zu nehmen, was sie eigentlich geben sollten – Geld!
Gemäß §§ 655a ff. BGB hat der Kreditvermittler erst dann einen Anspruch auf Vermittlungsprovision, falls es zu einer Auszahlung des vermittelten Kredits gekommen ist. Wenn vorher eine Rechnung mit pauschalen Beträgen für Reise-, Büro-, Kopier- oder andere Vermittlungskosten emittiert wird, ist es ein erneuter Hinweis für die betrügerischen Absichten, denn Pauschalen sind unzulässig. Es dürfen nur exakt die Kosten berechnet werden, die in der Angelegenheit des Einzelnen entstanden sind.
Aufruf zum Abschluss eines Beratervertrages oder Verträge, die sichtbar die Kreditwürdigkeit optimieren, sollten zum Anlass genommen werden, mit diesem Unternehmen sich in keine geschäftliche Verbindung zu setzen. Der einzige Nutznießer solcher Aufrufe ist der Vermittler, der dadurch wiederholt Provisionen bekommt.
Unseriösen Mittelsmänner nutzen gerne kostenpflichtige Servicerufnummern (zum Beispiel: 0190, 0900 usw.), um auch dadurch erneut an das Geld des Verbrauchers zu gelangen.
Wenn der Vermittler erklärt, dass nur ein ausländisches Unternehmen einen Kredit anbietet, folgt eine wiederholte Gelderhebung für Übersetzungen oder Ähnliches. Ein Rechtsgeschäft außerhalb Deutschlands versteckt jederzeit ein höheres Risiko und auch hier wird kein Geld zur Verfügung gestellt.
Der neuste Trick, um ahnungslose Personen zu betrügen, ist die Vorgabe eines sogenannten Finanzsanierers. Von diesen werden die Unterlagen für die vielversprechenden Angebote natürlich nur nach Bezahlung einer Nachnahmegebühr herausgegeben, die unter Umständen mehrere Hundert Euro kosten kann.